CBD Öl: Risiken & Nebenwirkungen

Alle sprechen über CBD. Und obwohl selbst die WHO in ihrem Bericht 2017 keine negativen Auswirkungen oder Missbrauchspotential im Zusammenhang mit CBD feststellen konnte, spekulieren doch einige, welche negativen Auswirkungen der Gesundheitstrend Cannabidiol haben könnte.

Aus dem Nichts heraus scheint CBD einen großen Hype ausgelöst zu haben. Innerhalb weniger Jahre wurde das obskure Molekül zu dem Wirkstoff aus der Hanfpflanze, den Millionen Menschen als Teil ihrer Wellnessroutine und zur Unterstützung ihrer Gesundheit einsetzen.

Tatsächlich ist die weit verbreitete Verwendung von konzentriertem CBD ein neues Phänomen, und es ist sehr schwierig in tausenden wissenschaftlichen Artikeln Hinweise auf gefährliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen zu finden.

Menschen nehmen aus den unterschiedlichsten Gründen CBD Öl oder andere CBD Präparate ein, dennoch gibt es bisher keine abschließenden klinischen Beweise, die eine Empfehlung für CBD in dem gleichen Ausmaß zulassen.

 

Klinische Evidenz für CBD Öl

Epidiolex ist ein erstmals in den USA von der FDA (Amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde) zugelassenes, verschreibungspflichtiges Medikament für zwei seltene Formen der Epilepsie im Kindesalter. Die Europäische Kommission erteilte die Zulassung für das Präparat im September 2019.

Die Zulassung von Epidiolex ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und klinischer Versuche. Tatsächlich hat das Medikament ein Tor zur Akzeptanz von CBD in der medizinischen Gemeinschaft geöffnet, und wir können davon ausgehen, dass es in Zukunft weitere auf CBD basierte Medikamente geben wird.

Bis Medikamente die Zulassungsreife erreicht haben, bedarf es nach wie vor lange Phasen kostspieliger, klinischer Tests und in der Regel für die Unternehmen auch die Aussicht auf ein wirtschaftlich profitables Ergebnis. Und so muss sich die CBD Gemeinschaft an vorläufigen wissenschaftlichen Ergebnissen aus Laborexperimenten, Tiermodellen oder Fallstudien orientieren.

Bei jährlich hunderten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu CBD und den anderen Cannabinoiden der Hanfpflanze, weist ihre Mehrheit auf die Sicherheit und Wirksamkeit von Cannabidiol im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Erkrankungen hin. Die vielen positiven Ergebnisse aus vorläufigen wissenschaftlichen Studien, zu denen sowohl Tierstudien, als auch Fallstudien am Menschen zählen, befeuern das Interesse an weiteren klinischen Studien zur Wirksamkeit und eventuellen Risiken und Nebenwirkungen von CBD.

Bis stichhaltige Ergebnisse zum Einsatz von CBD bei diversen Erkrankungen verfügbar sind, wird noch einige Zeit vergehen. Möglicherweise werden sich auch einige der vielversprechenden Vorteile von CBD in klinischen Tests als falsch erweisen. Eventuell wirkt CBD bei so mancher Symptomatik nicht besser als ein Placebo?

Wenn Sie nicht Jahre auf klinische Beweise warten möchten, und CBD zur Unterstützung ihrer Gesundheit, ihres körperlichen und seelischen Wohlbefindens ausprobieren möchten, dann bleibt Ihnen zu diesem Zeitpunkt nur auf anekdotische Erfahrungsberichte und Fallstudien zu vertrauen, und CBD selbst auszuprobieren.

Alles über die Risiken und Nebenwirkungen von CBD Öl

 

Dokumentierte Nebenwirkungen aus hochdosierten klinischen Studien

Aus den wenigen bisher durchgeführten klinischen Studien zu CBD können wir keine Rückschlüsse auf schwerwiegende Nebenwirkungen ziehen. Die umfassendsten verfügbaren Ergebnisse lieferten bisher die Forschungen im Zusammenhang mit Epidiolex (CBD Medikament gegen Epilepsie im Kindesalter). Während klinischer Studien erhielten Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 18 Jahren 14 Wochen lang hochdosierte CBD-Einheiten. Die tägliche Dosis entsprach 20mg pro Kilogramm Körpergewicht. *[2]

Zu den häufigsten Nebenwirkungen, die in der Studie beschrieben wurden zählten: Müdigkeit, ein verminderter Appetit, Magen-Darm-Probleme und veränderte Leberenzyme.

Bei den meisten Patienten traten die genannten Nebenwirkungen in den ersten Wochen auf, als sie ihre Dosierung schnell erhöhten. Typischerweise ließen die Symptome nach, nachdem sich die Höhe der Dosierung auf einem Level eingependelt hatte. Um unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren, zeigte sich auch die Verringerung der Dosis als wirksamer Weg.

 

Risiken durch schlechte Qualität

Klinische Studien arbeiten mit qualitativ hochwertigen, sicheren Produkten, die eine zuverlässige Menge an CBD enthalten. Die oben genannten Nebenwirkungen, die während der Epidiolex Studie auftraten, beziehen sich auf eine sehr hohe Dosierung eines sehr reinen Produkts. Eine andere Gefahr ist CBD von schlechter Qualität.

Leider ist der CBD-Markt nicht gut reguliert, so dass es für den Verbraucher schwierig sein kann, genau herauszufinden, was er bekommt. Untersuchungen zeigen, dass einige Produkte ungenau gekennzeichnet sind. Hinzu kommt die Vielzahl an Begriffen, da ist von CBD Öl, Hanf Extrakten und Cannabisöl die Rede, was es für CBD Neulinge nicht unbedingt einfacher macht.

Mögliche Gefahren durch unseriöse CBD Produkte:

  • Aus schlechtem Anbau stammende Pflanzen können Pestizide sowie Schwermetalle enthalten. Der Grad der Verschmutzung stellt ein großes Problem dar. Cannabis ist als Bioakkumulator bekannt, d.h. die Pflanze zieht Giftstoffe wie Schwermetalle und Pestizide aus dem Boden. Rückstände dieser Gifte können sich in CBD Ölen wiederfinden.
  • Eventuell ist der THC Gehalt höher als erlaubt. Echte CBD Produkte werden aus Hanfpflanzen hergestellt, die Spuren von THC enthalten können, sofern diese nicht während der Extraktion entfernt werden. Ein zu hoher THC Gehalt kann zu Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, verstärktem Appetit oder Stimmungsschwankungen führen.
  • Synthetische Cannabinoide und Verunreinigungen jeglicher Art (Schimmel, Bakterien usw.) können die Gesundheit gefährden
  • Der CBD Gehalt stimmt nicht. Ist der CBD Gehalt höher oder niedriger, als auf der Verpackung angegeben, ist eine angepasste Dosierung praktisch unmöglich und die gewünschten Effekte sind schwer zu erreichen. In manchen Produkten ist zudem überhaupt kein CBD enthalten...

 

Wenn Sie Zweifel an der Sicherheit ihrer aktuell verwendeten CBD Produkte haben, fragen Sie ihren Hersteller oder Verkäufer nach aktuellen Analysezertifikaten und erkundigen Sie sich, wo die Pflanzen für ihre Produkte angebaut und verarbeitet werden. Seriöse Anbieter werden Ihnen Rede und Antwort stehen. CBD Öl ist ein konzentrierter Extrakt auf pflanzlicher Basis, die Qualität sollte mindestens so hoch sein, wie die der Lebensmittel, die sie konsumieren.

Was wir über die Risiken und Nebenwirkungen von CBD Öl wissen

 

CBD Öl Kontraindikationen:

(nach vorläufiger wissenschaftlicher Forschung)

Cannabidiol wurde bereits 2017 von der WHO als sicher eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation sieht weder negative, gesundheitliche Nebenwirkungen, noch ein Abhängigkeits- oder Missbrauchspotential in dem Wirkstoff aus der Hanfpflanze. Dennoch müssen wir im Hinterkopf behalten, dass es bisher keine ausreichende klinische Studienlage zu CBD gibt. *[2]

Ihre Sicherheit steht an oberster Stelle, daher sehen wir den WHO Bericht nicht als Aufforderung zum bedenkenlosen Einsatz von CBD. Wir lesen die wissenschaftlichen Veröffentlichungen und suchen nach Informationen, die eventuell besondere Beachtung verdienen:

 

Sie nehmen verschreibungspflichtige Medikamente?

Halten Sie unbedingt Rücksprache mit ihrem Arzt, wenn Sie CBD bei gleichzeitiger Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten einsetzen möchten. Wir wissen, dass einige Nahrungsmittel die Verarbeitung und damit die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Ein bekanntes Beispiel ist die Grapefruit, die die gleichen Enzyme einnimmt, wie einige Arzneimittel (darunter Warfarin, Antiepileptika, HIV-Virostatika, Chemotherapeutika). Ähnlich wie die Grapefruit kann auch CBD die Wirkung von Medikamenten verändern. Sprechen Sie mit ihrem Arzt, um mögliche Interaktionen besser zu verstehen. *[3]

 

Sie möchten ihre aktuelle Medikation durch CBD Öl ersetzen?

Wir von ARTBOTANICS feiern CBD Öl - wir sehen es als Teil unserer Wellness-Routine und schätzen die ausgleichende Wirkung, die die Verbindung auf Körper und Geist hat. Aber wir bitten Sie, ersetzen Sie keine verschriebenen Medikamente oder verordnete Behandlungen mit CBD Produkten, es sei denn, sie haben die Zustimmung ihres Arztes. CBD Öl kann zusätzliche Unterstützung sein, es stellt aber keinen Ersatz für erprobte Therapien dar.

 

Sie haben niedrigen Blutdruck?

Einige Studien beobachten eine blutdrucksenkende Wirkung von CBD, insbesondere in Stresssituationen scheint diese Senkung am effektivsten zu sein. Was häufig als Vorteil gepriesen wird, kann für Menschen mit niedrigem Blutdruck zu einem Problem werden. Wenn Sie an Hypotonie sollten Sie ihren Blutdruck überwachen, insbesondere wenn Sie die CBD Marke wechseln, oder ihre Dosis erhöhen.

 

Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

Natürliche Cannabinoide werden in unserem Körper als Botenstoffe produziert und gebraucht. Die sogenannten Endocannabinoide spielen unter anderem in unserem Immun- und Stoffwechselsystem eine Rolle. Endocannabinoide helfen unserem Körper auch dabei eine Empfängnis und Schwangerschaft zu koordinieren, außerdem kommen sie natürlicherweise in unserer Muttermilch vor.

Wir wissen nicht, wie sich zusätzliche Cannabinoide auf unsere Fortpflanzungsfähigkeit auswirken. Es gibt Hinweise auf geringfügig niedrigere Fruchtbarkeitsraten im Zusammenhang mit Cannabiskonsum – allerdings sind die Unterschiede minimal und die Studien beziehen sich auf den Einsatz von THC-haltigen Pflanzen.

Im Hinblick auf Schwangerschaft und Stillzeit existieren ebenfalls keine Studien, die hinreichende Ergebnisse über die Unbedenklichkeit von CBD liefern können. Wenngleich es zahlreiche Erfahrungsberichte von Frauen gibt, die CBD Präparate während ihrer Schwangerschaft und / oder Stillzeit verwendet haben, werden wir auf klinische Ergebnisse zu dieser Thematik noch lange warten müssen.

Was wir bisher wissen ist, dass CBD über die Plazenta wie auch über die Muttermilch an das Baby weitergegeben wird. Wir wissen nicht, wie sich CBD langfristig auf die Entwicklung des Kindes auswirkt. Daher raten wir die Exposition gegenüber Cannabinoiden wie auch einer Vielzahl anderer Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft und Stillzeit zu minimieren. Wenn Sie schwanger sind oder stillen und ihre Wellness um CBD ergänzen möchten, raten wir Ihnen zur Rücksprache mit Ihrem Arzt.

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Sie haben gesundheitliche Probleme mit der Leber?

Die vorsorgliche Empfehlung lautet bei Leberproblemen mit der Einnahme von CBD vorsichtig zu sein. Während der Epidiolex Studie hatten Kinder, die CBD einnahmen, eine größere Wahrscheinlichkeit erhöhter Leberenzyme. Während diese Kinder zeitgleich Arzneimittel einnahmen, die bekanntermaßen die Leber schädigen, zeigte eine weitere Studie an Mäusen ebenfalls schädliche Auswirkungen auf die Leber bei sehr hohem, regelmäßigen CBD Konsum. Um sicher zu gehen, sollten Sie auch bei Leberproblemen Rücksprache mit ihrem Arzt halten und ihre Leberenzyme überwachen, wenn Sie CBD integrieren möchten.

 

Zum Schluss:

Diese Übersicht zu CBD Risiken und Nebenwirkungen beansprucht keine Vollständigkeit und dient lediglich zur Orientierung. Wir erlauben uns keinerlei medizinische Beratung. Unsere Inhalte und Produkte sind nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Das Cannabidiol in ARTBOTANICS Hanf Extrakten ist ein natürlicher Bestandteil der Nutzpflanze Hanf.

 

Zu viele neue Begriffe? Die wichtigsten Stichworte der Modernen Cannabis Kultur haben wir für Sie in unserem Cannabis Glossar zusammengefasst – von A wie Adaptogen bis V wie Vollspektrum Öl.

 

Quellenangaben:

[1] WHO Bericht 2017: https://www.who.int/medicines/access/controlled-substances/5.2_CBD.pdf

[2] Trial of Cannabidiol for Drug-Resistant Seizures in the Dravet Syndrome, The new England Journal  of Medicine, Mai 2017, 376:2011-2020, DOI: 10.1056/NEJMoa1611618

[3] Potent inhibition of human cytochrome P450 3A isoforms by cannabidiol: Role of phenolic hydroxyl groups in the resorcinol moiety, doi.org/10.1016/j.lfs.2011.02.017

 

    [IMAGES ©: Esteban Lopez]

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