Was Sie über einen Endocannabinoid-Mangel wissen sollten

Im Zuge des aktuellen CBD-Trends gewinnt eine von dem renommierten „Cannabisforscher“ Dr. Ethan Russo Anfang der 2000er Jahre aufgestellte Theorie neue Aufmerksamkeit. Demnach gibt es eine gemeinsame Grundkomponente für viele Schmerzsyndrome wie Migräne, IBS oder Fibromyalgie, den sogenannten Endocannabinoid-Mangel.
Ein klinischer Endocannabinoid-Mangel, gekennzeichnet durch einen Mangel an körpereigenen Endocannabinoiden oder den dazu gehörigen Rezeptoren, soll nach Meinung der Wissenschaftler die Entwicklung einiger chronischer Krankheiten erklären. Lesen Sie weiter für alles, was Sie über einen klinischen Endocannabinoid-Mangel wissen sollten.

 

First things first, was genau ist das Endocannabinoidsystem?

Das Endocannabinoidsystem kurz ECS bezeichnet einen Teil des Nervensystems bestehend aus Endocannabinoidrezeptoren, Enzymen und Endocannabinoiden, welches an der Regulierung verschiedenster kognitiver und psychologischer Prozesse beteiligt ist. So soll das ECS unter anderem Einfluss auf die Stimmung, den Schlafzyklus, das Immunsystem, den Stoffwechsel, Schmerz und das Herz-Kreislauf-System haben. Namensgebend für das Endocannabinoidsystem waren die Wirkstoffe der Cannabispflanze, die sogenannten Cannabinoide, die auch zur Entdeckung des ECS führten.

Das ECS ist ein riesiges und sehr komplexes System, welches erst langsam die nötige Aufmerksamkeit findet. Forscher gehen davon aus, dass es eine sehr wichtige Rolle im menschlichen Körper spielt und sogar überlebensnotwendig für unseren Organismus ist.

Bisher haben Wissenschaftler zwei primäre Cannabinoid Rezeptoren identifiziert und genauer untersucht. CB1 Rezeptoren kommen konzentriert im Gehirn, im zentralen Nervensystem, sowie in den Nieren, der Leber und der Lunge vor. CB2 Rezeptoren existieren vor allem im Immunsystem und in den blutbildenden Zellen.

Die Endocannabinoide, die mit den Rezeptoren interagieren, unterscheiden sich von anderen Neurotransmittern dahingehend, dass sie erst bei Bedarf gebildet werden. Anandamid und 2-AG sind die zwei körpereigene Cannabinoide, die von der Wissenschaft bereits identifiziert worden sind und mit den Rezeptoren CB1 und CB2 interagieren. Sobald sie ihren Zweck erfüllt haben, gibt es Enzyme, die sie wieder abbauen.

 

Endocannabinoid-Mangel

 

Was ist die Aufgabe des Endocannabinoidsystems?

Die Erforschung des ECS steckt noch in ihren Kinderschuhen, selbst an medizinischen Fakultäten spielt es bisher keine sonderlich große Rolle. Die mangelnde Auseinandersetzung ist sicherlich auf die negative Assoziation mit - und die Stigmatisierung der Cannabispflanze zurückzuführen. Doch scheint das ECS und seine optimale Funktionsweise einen wesentlichen Anteil zu unserer Gesundheit und damit zu unserem Wohlbefinden beizutragen.

Das Endocannbinoidsystem hält die Homöostase des Körpers aufrecht, dass bedeutet, es reguliert die natürlichen Körperfunktionen, um sicherzustellen, dass wir uns in einem guten Zustand befinden. Es reguliert beispielsweise Temperatur, Schlaf, Appetit und unterstützt unser Immunsystem in der Abwehr von Krankheiten.

 

Und was ist jetzt ein Endocannabinoid-Mangel?

Ein schlecht funktionierende ECS hingegen kann dazu führen, dass eine Reihe weiterer Körpersystemen aus der Balance geraten. Wenn der Körper nicht genügend eigene Cannabinoide produziert, um die Homöostase, d.h. das natürliche Gleichgewicht der Körperfunktionen aufrechtzuerhalten, spricht man von einem Endocannabinoid-Mangel. Alle vom ECS überwachten Muster wie Schlaf, Stimmung oder Schmerzverarbeitung können bei einem Endocannabinoid-Mangel aus dem Gleichgewicht geraten und schlimmstenfalls zu chronischen Krankheiten führen.

 

Welche Rolle spielt CBD bei einem Endocannabinoid-Mangel?

CBD als pflanzliches Cannabinoid (Phytocannabinoid) kann Einfluss auf die Homöostase unseres Endocannabinoidsystems nehmen. CBD als multiaktiver Wirkstoff stimuliert indirekt die Rezeptoren des ECS, d.h. es fördert nach Bedarf die Entstehung körpereigener Cannabinoide (Endocannabinoide), oder verhindert die Bildung weiterer Endocannabinoide, wenn im Körper keine mehr benötigt werden.  

CBD Öl hat das Potential uns dabei zu helfen, unsere Gesundheit zu fördern und aufrechtzuerhalten, indem es einen Mangel an Endocannabinoiden ausgleicht, sowie fehlende Teile des Systems wiederherzustellen vermark. Dabei hat CBD Öl nach bisherigem Kenntnisstand weder negative Nebenwirkungen, noch kann es zu Missbrauch oder Abhängigkeit führen.

 

Fazit

Cannabis liefert mit der Verbindung CBD einen Wirkstoff, der nicht berauschend psychoaktiv wirkt, jedoch durch seine bemerkenswerte Fähigkeit unser Endocannabinoidsystem positiv beeinflussen und einen möglichen Endocannabinoidmangel ausgleichen kann. Somit bietet CBD enorme gesundheitliche Vorteile.

Zwar ist CBD Öl kein Zaubermittel, doch als Bestandteil einer gesunden Lebensweise, die körperliche Bewegung, geistige Beschäftigung, und eine gesunde, ausgewogene Ernährung zählt, darf und sollte CBD einen festen Platz in der täglichen Wohlfühlroutine innehaben.

 

[IMAGE ©: Max Letek]

"Wenn Sie sich keine Zeit für Ihr Wohlbefinden nehmen, werden Sie sich Zeit für Ihre Krankheit nehmen müssen!"

Autor unbekannt